Home
   
  Aktuelles/Termine
  Wir über uns
  Lebenswelt Schule
  Kollegium und gute Geister
  Partner der Schule
  Kontakt
  Gästebuch
  Impressum/Disclaimer
  Datenschutz
   
   
   
   
   

Milos-Sovak-Schule

 

 

Die Schuleingangsphase

 

Wie in der Primarstufe der allgemeinen Schule durchlaufen die Schülerinnen und Schüler der Milos-Sovak-Schule die Klasse 1 und 2 im Rahmen der so genannten flexiblen Eingangsphase. Die Flexibilität besteht darin, dass die Möglichkeit des Verbleibs um ein weiteres Jahr besteht. Demnach bleiben die Schülerinnen und Schüler in der flexiblen Eingangsphase je nach individueller Reife zwei oder in begründeten Fällen auch drei Jahre, bevor sie in die dritte Klasse versetzt werden.

Darstellung der flexiblen Eingangsphase in der Milos-Sovak-Schule

Schülerinnen und Schüler, die in die Milos-Sovak-Schule eingeschult werden, zeigen in unterschiedlicher Ausprägung umfängliche Sprachentwicklungsverzögerungen. Das erste Jahr in der Schuleingangsphase (Schuleingangsphase I, kurz S I genannt) gilt der Schaffung basaler Lernvoraussetzungen und der eingehenden Diagnostik der spezifischen Störungen.

   

Sprachentwicklungsverzögerungen im Kindesalter sind in der Regel multifaktoriell bedingt. Daher erfüllen Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache, die schulpflichtig werden, häufig noch nicht alle Voraussetzungen, die an einen Schulanfänger gestellt werden. Neben den Beeinträchtigungen im sprachlichen Bereich bestehen häufig auch Entwicklungsrückstände in den sprachtragenden Basisfunktionen sowie in anderen Lern- und Entwicklungsbereichen:

  • Wahrnehmung und Motorik (Erwerb von Basiskompetenzen: Gleichgewicht, Auge-Hand-Koordination, sensorische Integration)
  • Lern- und Arbeitsverhalten (Erwerb von Schlüsselkompetenzen: Konzentration, Ausdauer, Selbstständigkeit, Lernbereitschaft …)
  • Kognition (Merkfähigkeit, Handlungskompetenz, …)
  • sozial-emotionales Verhalten (Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Anbahnen und Ausbauen sozialer Kontakte, Gruppenfähigkeit, …)
  • grundlegende mathematische Fähigkeiten (Pränumerik, Numerik, …)
  • Voraussetzungen des Schriftspracherwerbs (phonologische Bewusstheit, Graphomotorik,…)

Ziel der Schuleingangsphase I ist es, neben der Vermittlung des Lernstoffes die Entwicklungsrückstände in diesen grundlegenden Bereichen, die zur Sprach-entwicklung beitragen, aufzuholen. Im Sinne einer ganzheitlichen Förderung ergeben sich Förderziele, die nicht nur das Lern- und Arbeitsverhalten im engeren Sinne betreffen. Entwicklungsbereiche der gesamten Persönlichkeit werden angesprochen, die sich auf das Lernen und Leben der Kinder auswirken.

Schwerpunktmäßig werden Basisfähigkeiten in den verschiedenen kindlichen Entwicklungsbereichen Sprache, Kognition, Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Emotionalität, Sozialverhalten sowohl im Unterricht als auch in kleineren Lerngruppen oder in den therapeutischen Einheiten gefördert (durch Sprach- und Ergotherapie in der Schule durch Praxen).

Mit dieser spezifischen Basisförderung werden Grundlagen geschaffen, damit sich die Schüler den Lerninhalten zuwenden können. Eine weitere Voraussetzung dafür ist die Förderung der Aufmerksamkeit und der elementaren Regeln des Zusammenlebens in einer Gruppe. Auf diese Weise werden die individuellen Lernvoraussetzungen unterstützt und die Kinder an das schulische Leben und Lernen herangeführt.

Die phonologische Bewusstheit als wesentliche Grundlage zur Entwicklung der Schriftsprache steht im Zentrum der unterrichtlichen Arbeit in der Eingangsphase.

Dazu zählen beispielsweise die allgemeine Schulung der Hörwahrnehmung, die Reimbildung und Silbensegmentierung wie auch die Lautidentifikation und Lautdifferenzierung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Phonem-Graphem-Zuordnung der ersten Buchstaben. In der Schuleingangsphase wird derzeit mit dem Konfetti-Material gearbeitet. Diesem Material liegt der so genannte „Spracherfahrungsansatz“ zugrunde. Parallel zum Abhören und Notieren von Phonemen (kleinste lautliche Einheiten) und Graphemen (Buchstaben) werden auch die Häufigkeitswörter („Kleine Wörter“) ganzheitlich eingeführt. Dazu zählen beispielsweise die bestimmten und unbestimmten Artikel.

Im mathematischen Bereich steht für viele Schülerinnen und Schüler zunächst die Erarbeitung des pränumerischen Bereiches (Farben, Formen, Würfelbilder etc.) im Mittelpunkt, bevor sie sich mit Mengen und Zahlzuordnungen beschäftigen und über Größenvergleiche zu den ersten Rechenoperationen im Zahlenraum bis 10 gelangen. Später kommen vertiefende Aufgaben (Rechengeschichten, Ergänzungsaufgaben und erste geometrische Inhalte aus dem Lehrplan des ersten Grundschuljahres) hinzu, die für die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprache sonderpädagogisch aufbereitet werden.

Neben den schulischen Inhalten bildet die prozessorientierte Diagnostik aller Entwicklungsbereiche einen wesentlichen Bestandteil des ersten Schulbesuchsjahres. Die Ergebnisse der AO-SF-Diagnostik fließen unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen in die sonderpädagogische Förderung jedes Kindes ein. Alle Diagnostikergebnisse sowie die Berichte von Ärzten, Therapeuten und Förderzentren liefern die Grundlage für die Gestaltung des Unterrichts, der Therapie und der Fördermaßnahmen im ersten Schulbesuchsjahr.

Die Schule kooperiert mit der ortsansässigen sprachtherapeutischen Praxis Tillmanns-Carus. Schüler mit gravierenden sprachlichen Beeinträchtigungen haben zusätzlich zum Sprachfördeunterricht die Möglichkeit, in der Einzelsituation eine sprachtherapeutische Förderung zu erhalten. Ebenso besteht das Angebot, dass ergotherapeutische Maßnahmen durch die Praxis Marx/Scheven in der Schule durchgeführt werden. Diese ambulanten Maßnahmen bedürfen einer ärztlichen Verordnung und geschehen in enger Zusammenarbeit mit den Klassenlehrerinnen.

Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache versteht sich als Durchgangsschulemit dem Ziel, die ihr anvertrauten Kinder möglichst bis zum Ende der Schuleingangsphase in die zuständige Grundschule am Wohnort der Kinder zurück zu schulen oder einen dem Förderbedarf des Kindes möglichst optimal entsprechenden anderen Förderort zu finden.